15.03.2021

Weltfrauentag: Warum Gender nicht immer entscheidend ist

Damit Frauen „frische Ideen“ in die Aluminiumindustrie bringen können, muss die Branche ihnen Chancen und Möglichkeiten bieten, sagt Nadine Bloxsome, Editorial Director der Branchenzeitschrift “Aluminium International Today”. Ein Interview zum Weltfrauentag.

© Nadine Bloxsome
Nadine Bloxsome ist Editorial Director der Branchenzeitschrift “Aluminium International Today” sowie Content Producer des „Future Aluminium Forum“ und „Greener Aluminium Online Summit“.

Reed Exihibitions: Frau Bloxsome, die Aluminiumbranche ist stark von Männern geprägt. Was bedeutet das für Ihren Arbeitsalltag?

Nadine Bloxsome: Obwohl ich mit der Aluminiumindustrie zusammenarbeite, wird mein Arbeitsalltag nicht wirklich davon beeinflusst, dass es sich um eine männerdominierte Branche handelt. Es fällt eher auf, wenn ich bestimmte Veranstaltungen besuche, dass dort in der Regel mehr Männer als Frauen anwesend sind, aber ich persönlich sehe das weder als positiv noch als negativ an. Ich bin täglich von einflussreichen Frauen und Männern umgeben und bin eher für Leistungen und Erfolge empfänglich als für das Geschlecht.

Was reizt Sie an der Arbeit in dieser Branche?

Ich habe Journalismus studiert und meine Karriere im B2B-Publishing eigentlich schon vor 10 Jahren begonnen. Ich habe in verschiedenen Funktionen in den Bereichen Mode, Beauty, Medizin und Lokal-TV-Journalismus gearbeitet, bevor ich meine erste Stelle als Redaktionsassistentin im Bereich der Glasherstellung erhielt. Ich hätte nie gedacht, dass die Industrie-Welt ein Ort ist, an dem ich so gerne arbeiten würde!

Es war eine komplette Umstellung und ich erinnere mich, dass ich von den technischen Prozessen ziemlich überwältigt war.

Als ich vor acht Jahren in die Aluminiumindustrie gewechselt habe, war ich begeistert, in einem so dynamischen und innovativen Sektor tätig zu sein. Zu meinem Glück ist hier immer etwas los und ich habe mir ein prall gefülltes Adressbuch mit hilfsbereiten Menschen angelegt, die diese Industrie zu einer zu einer großartigen Branche machen.

Was ist aus Ihrer Sicht die größte Herausforderung für Frauen in der Aluminiumindustrie?

Das ist eine schwierige Frage, weil ich mit so vielen verschiedenen Menschen zusammenarbeite und Männer und Frauen in einer Reihe von Rollen sehe.

Eine Herausforderung, mit der ich oft konfrontiert werde, ist der Versuch, ein ausgewogeneres Verhältnis von männlichen und weiblichen Rednern bei einer Veranstaltung oder bei Podiumsdiskussionen zu erreichen. Wenn ich ein Programm für eine Konferenz zusammenstelle, schaue ich nicht auf das Geschlecht des Redners, sondern eher darauf, was er zur Diskussion beitragen kann. Erst wenn ich manchmal einen Schritt zurücktrete, stelle ich fest, dass mehr männliche Redner auf dem Programm stehen, und dann mache ich mir Gedanken, ob das ein Problem ist oder ob es zu einem Problem gemacht werden könnte.

Was denken Sie, wie sich die Rolle der Frau in letzter Zeit entwickelt hat und wie sie sich weiter entwickeln wird?

In den letzten Jahren gab es definitiv eine Verschiebung bei der Anzahl von Frauen in höheren Positionen und damit auch mehr Mitspracherechte bei Branchenveranstaltungen - was sehr erfreulich ist. Ich bin jedoch der Meinung, dass eine Frau nicht dafür gelobt werden sollte, dass sie eine Position als Frau innehat, sondern dafür, dass sie diese Position innehat, weil sie die beste Kandidatin für diese Rolle ist.

Ich denke, dass diese Idee der 'Entwicklung' von Frauen im Industrieumfeld mehr Aufmerksamkeit auf Bildungsebene benötigt; unser Fokus sollte auf der Entwicklung von Fähigkeiten und Chancen für jüngere Generationen liegen.

Braucht die Aluminiumindustrie mehr Frauen?

Ich glaube nicht, dass es unbedingt darum geht, mehr Frauen in der Aluminiumindustrie zu "brauchen", sondern eher darum, Frauen Möglichkeiten zu bieten, die es vorher vielleicht nicht gab, damit sie neue Fähigkeiten und frische Ideen einbringen können.

 

Herzlichen Dank für das Gespräch! 

Das Interview führte Christian Reiß, Spokesman & Teamlead Content Management Germany bei Reed Exhibitions.