ABB: Wie Roboter vor Covid-19 schützen können

Steigende Infektionszahlen erfordern erhöhte Kapazitäten für Covid-19-Tests in Laboren und stellen Laborkräfte vor besondere Herausforderungen. In Singapur setzt man nun auf Roboter von ABB. Was dahinter steckt?

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Das neue Roboter-Laborsystem spart Zeit und Geld und schützt das Personal. 

In Singapur wurden bislang knapp 3,3 Millionen Covid-19-Tests durchgeführt. Während die Zahl der aktiven Fälle in Österreich weiter rasant steigt, hat sich die Situation in Singapur scheinbar beruhigt. Natürlich ist Covid-19 auch dort noch nicht von der Bildfläche verschwunden. Um der weiteren Ansteckung Herr zu werden, wird weiterhin massiv getestet. Mehr als 30.000 Tests werden täglich ausgewertet. Das stellt Labore weltweit vor enorme Herausforderungen. Es sind nicht nur die Kapazitäten, die rasch an ihre Grenzen stoßen. Auch das Risiko einer Infizierung der Laborkräfte steigt mit jedem Test. Dem will man nun entgegenwirken. 

Automatisierte Laborsysteme

ABB ist für hochpräzise Roboter bekannt. Diese kommen nun im neuartigen automatisierten Laborsystem RAVE (Rapid Automated Volume Enhancer) zum Einsatz. Das soll die Kapazitäten des Landes für Coovid-19-Tests steigern. Bis zu 4.000 Proben pro Tag können in zwei RAVE-Einheiten verarbeitet werden. Das System automatisiert eine Reihe manueller Tätigkeiten, die bei der Bearbeitung herkömmlicherweise anfallen. Darüber hinaus mindert RAVE das Risiko einer Infektion beim Test und somit die Ansteckungsgefahr für Laborkräfte. Mittels der Simulationssoftware RobotStudio von ABB wurde das innovative Roboter-Laborsystem in einer virtuellen 3D-Umgebung erstellt, simuliert und getestet, bevor RAVE tatsächlich zum Einsatz kam. 

 

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Dank der Prozessautomatisierung lassen sich mittels der zwei RAVE-Einheiten knapp 4.000 Proben am Tag verarbeiten.

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„Wir freuen uns, gemeinsam mit dem Gesundheitswesen in Singapur zur Bewältigung dieser drängenden Herausforderung beizutragen. Wir kombinieren dabei unsere branchenführenden Robotertechnologien mit dem verfahrenstechnischen und biomedizinischen Know-how der beteiligten Institutionen,“ so Atiya. 

Folgeaufträge für ABB

Das Technologieunternehmen lieferte vier Roboter des Typs IRB 910 SCARA zur Nutzung in einer Pilot-Testzelle. Die innovative Anlage RAVE wurde vom Advanced Remanufacturing and Technology Centre (ARTC), der Agency for Science, Technology an Research (A*STAR), dem Singapore Institute of Manufacturing Technology (SIMTech) sowie dem Diagnostics Development (DxD) Hub entwickelt. Nachdem RAVE im Juli 2020 erstmals präsentiert wurde, hat ABB bereits einen Auftrag für 14 weitere Roboter erhalten. „Gemeinsam sind wir in der Lage, Singapurs Testkapazitäten durch edie Automatisierung wichtiger Laborprozesse zu steigern. Dabei übernehmen unsere Roboter verschiedene repetitive und riskante Aufgaben und helfen, die Arbeitsbedingungen für Laborkräfte zur verbessern sowie das Ansteckungs- und Ermüdungsrisiko zu verringern,“ sagt Sami Atiya, Leiter des Geschäftsbereichs Robotik und Fertigungsautomation von ABB. 

77 Prozent Automatisierungsgrad

ABB unterstützt aber auch weitere Institutionen des Gesundheitswesens. Eines der Projekte wird gemeinsam mit der Polytechnischen Universität Mailand umgesetzt. Der kollaborative Roboter YuMi von ABB ist Teil einer Studie zur Unterstützung von Krankenhäusern bei Covid-19-Antikörpertests. Nach der Installation wird YuMi rund 77 Prozent des Testprozesses automatisieren und bis zu 450 Proben pro Stunde analysieren können.

 

Text von Jasmin Ladinig, Teamlead Content Management.

Quelle: ABB AG