75 Jahre Fronius: Das schweißt zusammen

Von einer regionalen Fach-Reparaturwerkstätte in einer alten Militärbaracke zum Global Player. Fronius setzt seit jeher auf Elektrizität als Kraftstoff der Zukunft.
Das Herzstück des Unternehmens? 

Man muss etwas wollen. Was Günter Fronius, Firmengründer des heutigen Hightech-Unternehmens Fronius International, 1945 wollte? Erfolgsgeschichte schreiben, aus einer Notwendigkeit heraus. Die Grundvoraussetzung dafür ist vor allem eines: Offenheit für Neues.

Vor einem ¾ Jahrhundert

Fronius ist heute ein Global Player, aus der Industrie nicht mehr wegzudenken. Was im Jahr 1945 als Ein-Mann-Fachbetrieb und einer einfachen Idee begonnen hat, feiert 2020 das Jubiläum „75 Jahre Fronius“. Der Startschuss der Unternehmensgründung fiel in der oberösterreichischen Gemeinde Pettenbach, wo sich noch immer der Firmensitz in bereits dritter Generation befindet. Zum damaligen Zeitpunkt war das Laden von Autobatterien keine Selbstverständlichkeit – ein Umstand, den Günter Fronius so nicht akzeptieren wollte. Der gelernte Elektrotechniker entwickelte eine Lösung, damit Batterien länger verwendet werden können. „Was wir sind und wofür wir stehen, fußt somit auf einem nachhaltigen Gedanken meines Großvaters“, sagt Fronius Geschäftsführerin Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß, die die Geschicke des Familienunternehmens seit 2012 leitet.

© Fronius International GmbH
Nachhaltiges Denken ist bei Fronius tief verwurzelt, bekräftigt Geschäftsführerin Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß.

Elektrizität: Kraftstoff der Zukunft

Fronius erweiterte 1950 das Produktportfolio, das heute die technologische Basis bildet: Schweißtransformatoren. 1992 wurde zudem beschlossen, auf das Thema Sonnenenergie zu setzen. Die Sparte „Solar Energy“ macht nun bereits die Hälfte der gesamten Geschäftstätigkeiten von Fronius aus – eine starke Entwicklung. Die definierte Mission, Elektrizität als Kraftstoff der Zukunft zu erforschen und zu kontrollieren, verbindet nun die drei Standbeine des Technologieunternehmens: Schweißtechnik, Photovoltaik und Batterieladetechnik. Stark vereinfacht erklärt: Fronius wandelt mit seinen Produkten Sonnenenergie in Wechselstrom um, führt batteriebetriebenen Intralogistikfahrzeugen neue Energie zu und nutzt Strom aus der Steckdose für revolutionäre Schweißprozesse. 

© Fronius International GmbH
Mit einer Fach-Reparaturwerkstätte für Radio- und Elektrotechnik gestartet, sprach Günter Fronius mit seinen Batterielade- und Schweißgeräten bald eine große Zahl an Kunden an.

Innovationskultur – damals und heute

Wussten Sie, dass Österreichs erste grüne Wasserstoff-Betankungsanlage von Fronius entwickelt wurde? Der sogenannte „Cold Metal Transfer“ (CMT) von Fronius das thermische Fügen von Stahl und Aluminium revolutioniert hat? Oder, dass das weltweit leichteste tragbare Elektroden-Handschweißgerät von Fronius auf den Markt gebracht wurde? Wie einst schon Firmengründer Günter Fronius sagte: „Man muss etwas gelernt haben. Man muss etwas können, etwas wissen. Und man muss etwas wollen. Dann wird man im Leben etwas erreichen.“ Und auf Ausbildung setzt das Familienunternehmen Fronius auch heute stark – mit Virtual Welding.

© Fronius International GmbH
WIG-Schweißprozesse virtuell erlernen – ohne Sicherheitsrisiken oder den Einsatz von Verbrauchsmaterialien.

Von Virtual Reality und Additiver Fertigung

Simulationen mittels VR (Virtual Reality) werden bei Piloten und Lokomotivführern zu Schulungszwecken bereits eingesetzt. Auch in der Schweißausbildung erleichtert das Training mit der 3D-Brille in der virtuellen Umgebung den Lernprozess. Der Benutzer hat jederzeit einen realitätsnahen Blick auf seine Arbeit. Direktes, farbliches Feedback, wenn der Schweißer vom Soll-Wert abweicht, steigert den Lerneffekt. Unter dem Begriff 3D-Druck ja in aller Munde, folgt Fronius dem Trend der Additiven Fertigung. Zeit- und Kostenvorteile überwiegen, Materialvielfalt und diverse Technologien sind bald nicht mehr zu überblicken. Fronius setzt hier selbstredend auf den Werkstoff Metall. Beim Lichtbogenverfahren WAAM (Wire Arc Additive Manufacturing) entstehen Bauteile mit komplexen Geometrien mittels abschmelzender Drahtelektrode quasi aus dem Nichts. Sind nun die Zeiten des Herausfräsens eines Werkstücks aus einem massiven Block vorbei? Warten wir doch die nächsten 75 Jahre ab…

Reed Exhibitions gratuliert Fronius International herzlichst zum 75-jährigen Jubiläum!