21.04.2021

60 Jahre Rittal: Wie der Weg vom Blechbearbeiter zum Digitalunternehmen gelang

Der Lösungsanbieter im Bereich Schaltschrankbau feiert das 60. Jubiläum. Wie alles begann und woher der Name "Rittal" eigentlich kommt? Wir haben die Informationen für Sie zusammengetragen.

Es ist der 1. April 1961, als eine internationale Erfolgsgeschichte in einer kleinen Weberei in Mittelhessen beginnt – die Standardisierung von Schaltschränken. Rudolf Loh gründet die Firma Rittal und verändert mit einer Idee die Industrie. Was anfangs belächelt wurde, ist heute ein Phänomen: Der Standard-Schaltschrank steckt in Millionen von Produktlösungen in über 90 Prozent aller Branchen weltweit.

Rittal ist ein Familienunternehmen geblieben

10.000 Mitarbeiter arbeiten heute weltweit an neuen Innovationen, Branchenlösungen und Geschäftsmodellen. Aus einem kleinen blechverarbeitenden Betrieb ist ein globales Digitalunternehmen geworden. Was sich nicht verändert hat: Rittal ist ein Familienunternehmen – Verantwortung, Gemeinschaft und soziales Engagement werden seit jeher groß geschrieben.

Rittershausen im Dietzhölztal – dass eine kleine mittelhessische Gemeinde einmal Namensgeber für ein global erfolgreiches Unternehmen werden würde, wusste 1961 noch niemand.

Industrielle Fertigung seit anno 1961

Rudolf Loh kaufte hier eine alte Weberei und gründete Rittal. Die Idee: Standard-Schaltschränke in Serie, sofort ab Lager verfügbar, schneller und besser als die damals einzeln angefertigten Blechschränke für Steuerungskomponenten von Maschinen. Lange Lieferzeiten und Qualitätsmängel gehörten damit der Vergangenheit an. Denn der Boom der Nachkriegsjahre hatte die industrielle Fertigung verändert. Maschinen wurden miteinander verkettet und produzierten im Zuge des wachsenden Konsums Produkte in Großserien. Die Idee von Rudolf Loh kam also gerade richtig.

© Rittal GmbH
„Ich bin sehr stolz auf 60 Jahre Erfolgsgeschichte, die wir mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam geschrieben haben“, sagt Friedhelm Loh, Inhaber und Vorstandsvorsitzender der Friedhelm Loh Group

Größter Arbeitgeber in der Region

Seitdem ist viel geschehen. Gestern wie heute prägen die Innovationen aus dem Herborner Unternehmen die Branchen weltweit. Rittal Lösungen sind im Steuerungs- und Schaltanlagenbau ebenso wie in der IT und im Energiemarkt im Einsatz, im Schiffbau, im Krankenhaus oder im Fußballstadion. 58 Tochtergesellschaften übernehmen weltweit Vertrieb und Service der Rittal Produkte. In der Region ist Rittal der größte Arbeitgeber und hat erst vor kurzem über 250 Mio. Euro in den Neubau eines komplett digital integrierten Werks in Haiger investiert.

Vom System bis zur Cloud

Wie kam es dazu? Im Zuge der Industrieautomatisierung entwickelte Rittal den Schaltschrank zu einem ganzen Schaltschranksystem. Die Produkte sollten gleich mehrere Probleme der Kunden lösen, zum Beispiel mit Klimatisierungs- und Stromverteilungslösungen. Das System setzte sich durch, nicht nur in der Industrie, sondern auch in der IT, in der sich Rittal als „Newcomer“ einen Namen machte. Bis heute sind Energieeffizienz, Klimawandel oder die ausfallsichere Stromverteilung hochrelevante Themen.

Mit Eplan im Engineering angekommen

Parallel investierte Rittal Mitte der 80er in ein kleines Unternehmen mit zwei Mitarbeitern und baute Eplan auf. Über die nächsten Jahre und Jahrzehnte entstand ein breites Spektrum an Software und Services rund um das Engineering. Heute ist das Schwesterunternehmen von Rittal weltweit einer der führenden Software-Anbieter für Elektro-Engineering. Aktuell gehören Automatisierungslösungen wie Bearbeitungsmaschinen für Schaltschränke ebenso zum Programm wie ausgefeilte Schaltschrank-Systemtechnik.

© Rittal GmbH
Eine bewegende Firmengeschichte: Rittal feiert sein 60. Jubiläum und wandelte sich vom Blechbearbeiter zum Digitalunternehmen.

Vom Digitalen Zwilling bis zum Edge Computing

2020 ging das Werk in Haiger an den Start. Hunderte Maschinen und Arbeitsplätze wurden vernetzt, um hochkomplexe Prozesse von der Bestellung über die Produktion bis zur Logistik digital abzuwickeln. Im Zuge dessen schuf Rittal gemeinsam mit ihrem Schwester-Startup German Edge Cloud intelligente Edge- und Cloud-Lösungen, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Industrie, untergebracht im eigenen Rechenzentrum, erprobt im eigenen Unternehmen. German Edge Cloud ist Gründungsmitglied von GAIA-X, dem europäischen Dateninfrastruktur-Konsortium, und Mitglied bei CATENA-X, dem Automobilnetzwerk zum sicheren Datenaustausch.

Der Mensch zählt im Familienunternehmen

Jedes Jahr spenden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Friedhelm Loh Group – Rittal und die Schwesterunternehmen Eplan, Cideon, Stahlo, LKH, German Edge Cloud und Loh Services – gemeinsam für den guten Zweck, insgesamt bereits weit über 5 Mio. Euro. Zum 50-jährigen Jubiläum gründete Inhaber Friedhelm Loh die Rittal Foundation, die Projekte und Einrichtungen der Bereiche Soziales, Bildung und Kultur seitdem unterstützt.

„Ich bin sehr stolz auf 60 Jahre Erfolgsgeschichte, die wir mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam geschrieben haben“, sagt Prof. Friedhelm Loh, Inhaber und Vorstandsvorsitzender der Friedhelm Loh Group: „Was uns ausmacht, ist Neugier, Kundenorientierung, Mut zum Risiko und die Freude am gemeinsamen Erfolg. Denn wir lieben die Zukunft."

 

Quelle: Rittal